Springtime in Munich - Die Neue Münchner Gruppe 1966–1969

Vier Jahre sind seit der Unterzeichnung des Oberhausener Manifests bereits ver-

gangen. Papas Kino wurde für tot erklärt und die Erneuerung des deutschen Films gefordert – was bis 1966 allerdings nicht stattgefunden hat. Die internationalen Anfangserfolge einiger weniger Regisseure haben zwar neue Wege aufgezeigt, aber ehe sie beschritten werden können, werden sie von fragwürdigen Institutionen und Interessensgruppen auch schon wieder verbaut. Und so wundert’s nicht, wenn im Januar 1967 das Zentralorgan der westdeutschen Filmtheorie, die Filmkritik, fragt: «Ist die Zukunft schon vorüber?» Da kämpfen sich Alexander Kluge, Edgar Reitz und Hans Rolf Strobel ab mit Gesetzentwürfen zur staatlichen Filmförderung und deren Umsetzung oder Verwerfung und fordern schon ein weiteres Manifest, als in München eine kleine Horde filmbesessener Aficionados an ihrer eigenen Version und Vision vom Filmemachen bastelt.  «Rudolf Thome, Eckhart Schmidt, Klaus Lemke, Max Zihlmann, Marran Gosov, May Spils, Martin Müller, Werner Enke. Die neue Münchner Gruppe der späten Sechzigerjahre. Musik hören, ins Kino gehen, das Leben leben. Dass das grosse Glück, das grosse Kino gleich um die Ecke lauern konnte, das hatten sie von der Nouvelle Vague. Die Münchner Cafés, die Trottoirs vor den Kinos mit den Schau-

kästen wurden in ihren Filmen selbst Kino-Schauplätze.»

 

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