La fiera y la fiesta
Holy Beasts

 

 

Das Schaffen des dominikanisch-mexika-

nischen Regiegespanns Laura Amelia Guzmán & Israel Cárdenas hat sich auf eine ziemlich unvorhersehbare Weise entwickelt: Von der flüchtigen, stark neorealistisch geprägten Poesie von Cochochi (2007) und Jean Gentil (2010) zu dem stilisiert-labyrinthischen Delirium ihres aktuellen Meisterwerks, La fiera y la fiesta. Man käme kaum darauf, dass auch dieses eine nonfiktionale Erdung hat: Der Filmschaffende, um dessen Bilder- wie Geisteswelt sich alles dreht, Jean-Louis Jorge, war ein Verwandter Guzmáns; viele seiner Weggefährten tauchen im Film auf; und zu sehen bekommt man auch einiges aus seinen Werken, allen voran La serpiente de la luna de los piratas (1973) und Mélodrame (1976). Geraldine Chaplin nun gibt eine Filmemacherin, die einem Freund einen Gefallen tun soll: Regie übernehmen bei einer Produktion, die auf Jorges letztem Buch basiert – und bald von einer Katastrophe in die nächste schlittert ... La fiera y la fiesta ist etwas Ausserordentliches: Einerseits kann man sich gut treiben lassen in diesem campigen Kinorausch – andererseits, entsprechend gelesen, funktioniert er perfekt als filmhistorischer Essay, bei dem man viel über einen obskuren Auteur lernt. Das gabs so wirklich noch nie! (om)

 

 

 

 

Dominikanische Republik, Argentinien, Mexiko 2019
90 Min. Farbe. DCP. Sp/E/F/e

Regie: Laura Amelia Guzmán, Israel Cárdenas

Buch: Laura Amelia Guzmán, Israel Cárdenas

Kamera: Israel Cárdenas

Schnitt: Andrea Kleinman, Israel Cárdenas, Pablo Chea

Musik: Leandro de Loredo

Mit: Geraldine Chaplin, Udo Kier, Luis Ospina, Jaime Piña


 

Internationaler Wettbewerb 2019 "Cutting Edge"

 

Freitag 21.06.2019
10.00 Uhr

kult.kino atelier

In Anwesenheit von Laura Amelia Guzmán, Israel Cárdenas

 

Samstag 22.06.2019
17.00 Uhr

kult.kino atelier

In Anwesenheit von Laura Amelia Guzmán, Israel Cárdenas