Basel, 11. Februar 2021

Auf den Spuren von Bildrausch-Freunden

Im diesjährigen Berlinale-Programm finden sich gleich drei Filmemacher, die Bildrausch mit ihren früheren Werken im internationalen Wettbewerb Cutting Edge vorgestellt hat.

Da ist einmal Christophe Cognet. 2014 zeigte er in Basel mit Parce que j’étais peintre eine dokumentarische Erinnerungsarbeit zum Holocaust: In einer symphonischen Montage von Bildern und Zeichnungen, Interviews mit Künstlern und Archivaren und Aufnahmen von heutigen KZ-Gedenkstätten schuf er eine mutige Reflexion über die Frage, ob an Orten des absoluten Grauens Schönheit geschaffen werden kann. Ging es ihm damals um die Malerei, die für Gefangene in Buchenwald, Auschwitz-Birkenau, Dachau oder Treblinka zur Überlebensnotwendigkeit wurde, geht es ihm heute um die Zeugenschaft der Fotografie.

 

In seinem neuen Film A pas aveugles begibt sich der französische Regisseur auf die Spuren der mutigen Männer und Frauen, die in den Konzentrations- und Vernichtungslagern des Zweiten Weltkriegs ihr Leben riskierten, um heimlich Fotos zu machen und zu versuchen, die Hölle zu dokumentieren. Der Film wird im Berlinale Forum gezeigt.

Radu Jude steht im Berlinale-Wettbewerb mit Babardeală cu bucluc sau porno balamuc; auf Englisch heisst das Bad Luck Banging or Loony Porn. Auch sein neunter Film, dem der rumänische Regiestar den Untertitel Sketch for a Popular Film verpasst, beschäftigt sich mit dem komplexen Spannungsfeld zwischen Individuum und Gesellschaft. Welche Dynamik kann eine junge Lehrerin lostreten, wenn sie einen Amateurporno ins Netz stellt? 2019 präsentierte Radu Jude die Geschichtssatire I Do Not Care If We Go Down in History as Barbarians im Bildrausch-Wettbewerb Cutting Edge und erhielt dafür von der Jury eine lobende Erwähnung! 

Julian Radlmaier gehört zu den talentiertesten Regisseuren des jungen deutschen Kinos und wurde schon mit Brecht und Kaurismäki verglichen. Mit seinem DFFB-Abschlussfilm Ein Proletarisches Wintermärchen debütierte er 2014 im Bildrausch-Wettbewerb, mit Selbstkritik eines bürgerlichen Hundes legte er 2017 nach. Sein neuer Film wird in der Berlinale-Sektion Encounters uraufgeführt, die ästhetisch und strukturell wagemutigen Arbeiten von unabhängigen, innovativen Filmschaffenden eine Plattform bietet. In einem ersten Trailer wird Blutsauger als antifaschistische Schauerkomödie angekündigt. 

 

Wir freuen uns! 

 

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