Der sehr persönliche Film entstanden aus einer Notlage. Ohne Fördergelder für ein neues Projekt beschliesst der Regisseur kurzerhand, seine Kamera in den eigenen vier Wänden aufzustellen. Aus dieser Begrenzung entsteht ein offener Raum, in dem sich Lebenswelten kreuzen, Perspektiven verschieben und neue Beziehungen entstehen. Nachbarn, Handwerker, eine obdachlose Frau, ein muslimischer Gärtner – sie alle treten ein in das Haus des Filmemachers und essen, erzählen, beten, diskutieren. Isaacs beobachtet, inszeniert, hinterfragt – sich selbst, seine Rolle als Gastgeber und die Grenzen zwischen Film und Wirklichkeit. Ein vielschichtiges Werk über Nähe, Kontrolle und das Vertrauen in den Moment.
DIRECTOR
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Marc Isaacs
Es sind die vermeintlich kleinen Leute, die Marc Isaacs interessieren, Menschen am Rand der Gesellschaft, im Abseits. Aber nicht als Stereotypen der Exotik, nicht als schrullige Illustrationen, sondern als Seismografen der Gegenwart und ihrer Verwerfungen. In seinen Filmen zeigt Isaacs die beiläufige Alltäglichkeit seiner Protagonist*innen. Er lässt sie zu Wort kommen und wir beobachten, wie sie – ebenso beiläufig – die grossen Themen der Gegenwart verhandeln: Identität, Hoffnung, Ängste. Marc Isaacs ist ein radikaler Humanist.
Zum Dokumentarfilm findet Isaacs 1995 als Assistant Producer bei der BBC. Anschliessend arbeitet er als Assistent von Pawel Pawlikowski. 2001 entsteht sein erster eigener Film, LIFT.