MUTZENBACHER

  • Ruth Beckermann
  • Österreich
  • 2022

Mehrere Männer melden sich auf den breit angelegten Casting-Aufruf der Filmemacherin Ruth Beckermann, die Männer zwischen 16 und 99 Jahren für die Verfilmung des umstrittenen österreichischen Erotikromans Josefine Mutzenbacher oder Die Geschichte einer Wienerischen Dirne sucht, der Anfang des 20. Jahrhunderts anonym veröffentlicht wurde, bis vor kurzem noch auf der Liste der jugendgefährdenden Schriften stand und von dem man lange Zeit glaubte, er stamme von Felix Salten, dem Autor von Bambi.

Diese Männer lesen laut vor, singen, spielen (manche ungenierter als andere) Passagen mit explizitem sexuellem Inhalt, wobei sie oft die weibliche Figur verkörpern, während die Regisseurin eindringlich Fragen über die Gefühle und Erinnerungen stellt, die diese Texte in ihnen hervorrufen. Einige Vorsprechen finden einzeln statt, andere in Gruppen, die Mehrzahl jedoch in Paaren, und das Ergebnis dieser Interaktionen bringt eine weitere Bedeutungsebene des Films hervor. Überraschenderweise erlaubt es diese Methode den meisten Teilnehmern, offen und freimütig über Intimität, sexuelle Fantasien, Tabus oder toxische Männlichkeit zu reden. Es ist auch interessant zu beobachten, wann sich diese Offenheit und Vulnerabilität als unangenehm erweist.

Diese nachdenklich stimmende Dekonstruktion des Begriffs der Männlichkeit stellt eine unerwartete Wende in Ruth Beckermanns Werk dar, das normalerweise mit einer offeneren politischen Auseinandersetzung in Verbindung gebracht wird. Susana S. Rodrigues

  • Ruth Beckermann

    Ruth Beckermann lebt als Filmschaffende und Autorin in Wien. Zu ihren Filmen zählen Die papierene Brücke, Jenseits des Krieges und American Passages. Ihr Film Those who go Those who stay erhielt 2014 den großen Dokumentarfilmpreis auf der Diagonale in Graz. Zwei Jahre später wurden auch Die Geträumten ebendort als bester Spielfilm ausgezeichnet. Waldheims Walzer erhielt mehrere Preise, u.a. den Glashütte Preis für den besten Dokumentarfilm auf der Berlinale 2018, sowie eine Nominierung für die Oscars. 2019 realisierte Ruth Beckermann die Installation Joyful Joyce für die Salzburger Festspiele.

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