ONE DAY IN THE LIFE OF NOAH PIUGATTUK

  • Zacharias Kunuk

Ein guter Tag zum Robbenjagen im arktischen Frühling 1961. Noah Piugattuk und seine Sippe ziehen mit ihren Schlittenhunden über die weisse Leinwand. Die Sonne verwandelt das Schneeweiss und das Himmelblau in Licht und Raum. Ein Bild, so weit und fern, dass jede koloniale Bevormundung dieses Lebensstils lächerlich erscheint. Doch die Jagenden werden vom «Boss» aufgesucht, den bezeichnenderweise Kim Bodnia (The Bridge) spielt und der damit per se für eine aufklärerische Dienstleistung – hier im Auftrag der kanadischen Regierung – steht. Er soll die Inuit bewegen, in eine staatliche Siedlung zu ziehen. Mit Biskuits und humanistischer Sanftmut startet er ein historisches Palaver zwischen zwei Kulturen, deren Zermürbungsstrategien sich wenigstens hier als ebenbürtig erweisen.

Zacharias Kunuk, Gründer der Inuit-Produktion Igloolik Isuma und des ersten Webportals für indigene Filmschaffende Isuma TV, gelang mit Atanarjuat 2001 (dem ersten Film in der Sprache Inuktitut) der internationale Durchbruch. Wie er nun diesen Reigen aus staatlich-patronaler Erpressung und nonchalantem Widerstand inszeniert und die Figur des Übersetzers dabei als interkulturellen Saboteur inszeniert, ist von umwerfender Beiläufigkeit, Witz und Grösse.

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