DASHTE KHAMOUSH

  • Ahmat Bahrami

Lotfollah liebt Sarvar, schon immer. Heimlich. Und schwermütig. Denn Sarvar, die in der kleinen Backsteinfabrik arbeitet, in der er als Aufseher angestellt ist, muss Abstand wahren. Trotzdem beschützt er sie, versorgt sie und bringt sie allwöchentlich auf den Weg in die Stadt. Aber das Geschäft läuft schlecht, und so bereiten sich die Arbeiter nach einer erschütternden Ansprache des Fabrikbesitzers langsam auf ihre Abreise vor. Keiner weiss, was jetzt aus ihnen werden soll, doch am schlimmsten trifft es Lotfollah, der vor vierzig Jahren in dieses staubige, verlorene Hinterland hineingeboren wurde und sich ein Dasein anderswo nicht vorstellen kann.

Der iranische Regisseur Ahmad Bahrami arbeitet in seinem klug arrangierten Debütdrama mit Wiederholungen und Ellipsen, die es ihm ermöglichen, elegant die Perspektive zu wechseln und einzelne Figuren in nahtlos ineinandergreifenden Episoden in den Vordergrund zu stellen. Gefilmt in gestochenem Schwarzweiss ist seine Kamera dabei bewusst immer ein bisschen zu langsam, tappt im Dunkeln oder verharrt gänzlich auf der Stelle, sodass ein Teil des Geschehens ausserhalb des Blickwinkels geschieht. Aber es ist genau jene Unsichtbarkeit und geübte Distanz, in der die enorme Kraft dieses reduzierten und zugleich augenfälligen filmischen Kunstwerks liegt.

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