LE PÈLÉ

  • Moritz de Hadeln Walter Marti Sandro Bertossa

Seit 1935, inspiriert von dem Vorbild des katholischen Schriftsteller-Lyriker-Essayisten und Opfer des Ersten Weltkriegs, Charles Péguy, begeben sich Studenten (ursprünglich nur der Sorbonne) auf eine Pilgerwanderung gen Chartre, zur Kathedrale. Der Weg dauert circa zwei bis drei Tage, Moritz de Hadelns Dokumentation der knapp Le Pèlé genannten Wallfahrt gerade mal eine Stunde. Vier Aufnahmegruppen verfolgten die Trosse – denn es führen viele Wege nach Chartre – auf ihrem Zug durch die Landschaft. 1935 zogen nur ein paar wenige los – in den 1960ern waren jedes Mal rund 10.000 dabei. Die meisten sind gläubig, einige wenige würde man vielleicht als intellektuelle Katholiken bezeichnen; einige wenige Atheisten versuchen subversiv zu wirken. Diese Massen von Menschen, die sich da durch die Landschaft bewegen, haben durchaus etwas Widerzeitiges – so stellt man sich die 60er nicht vor: mit wehenden Wimpeln und Gonfanons auf dem Weg wenn schon nicht zu Gott dann doch zumindest einem ernsteren Selbst. Die Bilder sind spröde, streng; der von Walter Marti gesprochene Kommentar bleibt trocken. Nach Le Pèlé weiss man: Aus dem Debütanten de Hadeln hätte ein grosser Filmemacher werden können.

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