Dass der Mensch sich die Erde untertan macht – was bedeutet das eigentlich? Nikolaus Geyrhalter, bedeutender österreichischer Dokumentarist globaler Phänomene, besucht an verschiedenen Orten Europas und Nordamerikas Stätten des Tief- und des Tagebaus, Räume der Entwicklung und der Umwälzung, Schauplätze der fundamentalen Veränderung und der unwiderruflichen Vernichtung. Erde hat den Charakter einer nüchternen Bestandsaufnahme in grandiosen Tableaus. Sie zeigen Maschinen, die in sich auflösenden Landschaften ein unermüdliches Wühlwerk immensen Ausmasses verrichten und offene Wunden in die Erdkruste reissen. Und sie verzeichnen, was die dort Tätigen über ihre Arbeit und deren mögliche Bedeutung zu sagen haben. Geyrhalters Blick zeichnet sich durch Geduld und Genauigkeit aus. Seine vorurteilsfreie Aufmerksamkeit wird von der Offenheit und den immer wieder über- raschenden Überlegungen seiner Gesprächs- partnerInnen belohnt. Die Montage der Vignetten verdichtet sich zu einer Dramaturgie des Katastrophischen. In den Optimismus gesellschaftlichen Unternehmertums schleicht sich zunehmend das Bewusstsein seines hohen Preises. Bis am Ende der Profitmaximierung die buchstäblich verbrannte Erde steht. Eine schmerzliche Aussicht als Fluchtpunkt einer unsentimentalen Reise.
ERDE
- Nikolaus Geyrhalter
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