KILLER OF SHEEP

  • Charles Burnett

Killer of Sheep, eines der einflussreichen und stilbildenden Schlüsselwerke des seinerzeit an der UCLA Film School entstandenen Black Independent Movement, wurde 1977 in Schwarzweiss im Stadtteil Watts in Los Angeles mit grösstenteils Laien gedreht und wird weithin gerühmt als ebenso einfühlsames wie authentisches Filmzeugnis afroamerikanischen Lebens.

In seinem Debüt schildert der 1944 in Vicksburg, Mississippi, geborene und in Watts aufgewachsene Charles Burnett die ärmlichen Lebensumstände des Schlachthausarbeiters Stan, seiner Familie und seiner Freunde. Stan ist ein sensibler Mann, der das berufsmässige Töten von Tag zu Tag weniger aushält, der sich notgedrungen immer mehr verschliesst und dem der liebevolle Bezug zu seiner Familie, für die er diese Arbeit auf sich nimmt, zunehmend abhandenzukommen droht. Seine rauen und unmittelbaren, fast dokumentarischen Aufnahmen verbindet und akzentuiert der Filmemacher mit einer ergreifenden Mischung aus Blues, Jazz und Popmusik und montiert diese zu Sequenzen von poetischer Ausdruckskraft. In ihnen wird die Zermürbung und Entkräftung spürbar, die durch Armut verursacht wird. In der Gestaltung der seelischen Not der Hauptfigur spiegelt sich nicht nur Burnetts sozialpolitisch kritischer Ansatz, sondern wird auch eine grundlegende Aussage getroffen über die Bedingung der Existenz der Besitzlosen in der Welt.

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