COBAIN

  • Nanouk Leopold

In seinem 15-jährigen Leben hat es Cobain nicht leicht; nicht nur, weil er einen Namen trägt, der düstere Assoziationen an Rausch, Depression und Suizid weckt, sondern weil seine Mutter, die ihn so benannt hat, dieses Bezugsfeld sehr konkret werden lässt. Mia, haltlos, drogensüchtig und zu allem Überfluss hochschwanger, nennt Cobain ihren «kleinen Mann», und der versucht tatsächlich wie ein Mann, seine Mutter zu beschützen, womöglich gar zu retten. Vielleicht geht es ihm aber auch eher um das Geschwisterkind in Mias Bauch, dem er sein eigenes Schicksal, ohne Familie und heimatlos aufzuwachsen, ersparen will.

Subtil gestaltet die 1968 in Rotterdam geborene Künstlerin und Filmemacherin Leopold – die hier in ihrer sechsten Arbeit das erste Drehbuch ihrer langjährigen Produzentin Stienette Bosklopper adaptiert – eine diffizile Mutter-Sohn-Beziehung, in der Erwachsensein nichts mit dem Alter zu tun hat, die Machtverhältnisse ständig wechseln und Irr- und Umwege die Regel sind. Bis Cobain, den Newcomer Bas Keizer in einer Mischung aus Verstocktheit und Mitgefühl, Misstrauen und Hoffnung faszinierend vielschichtig verkörpert, schliesslich die Initiative ergreift und eine tatsächlich kathartische Situation herbeiführt.

RELATED MOVIES

12 EXPLOSIONEN

Johann Lurf Österreich 2008

12 EXPLOSIONEN

MR. LONG

Sabu Japan, Taiwan, Hongkong, Deutschland 2017

MR. LONG

BLIX NOT BOMBS

Greta Stocklassa Deutschland, Tschechien, Schweden 2023

BLIX NOT BOMBS

Practice

Laurens Pérol Norwegen 2023

Practice

LOVE AFFAIR

Dušan Makavejev Jugoslawien 1967

LOVE AFFAIR

OWL MOVIE

Lary7 USA 2017

OWL MOVIE

HÉLIO OITICICA

Cesar Oiticica Filho Brasilien 2012

HÉLIO OITICICA

ROSA ROSA

Félix Dufour-Laperrière Kanada, Frankreich 2008

ROSA ROSA