AMERICAN PASSAGES

  • Ruth Beckermann

Am Anfang steht der Jubel über die Wahl des ersten schwarzen Präsidenten der USA. Aber am Ende hat man das Gefühl, dass damit nur vorübergehend etwas erreicht ist: Bei einer sich als Charity-Veranstaltung selbst sehr gut findenden Party mit lauter Weissen in Las Vegas sind die Zwischentöne schon vernehmbar, die 2016 bei der Wahl von Barack Obamas Nachfolger zu lautem Hass geworden sind. 

Beckermanns Portrait der Vereinigten Staaten pendelt zwischen Ohnmacht und Aufstieg, dreht sich um die stolze Verfassung der Gründerväter, deren Wohlstand von Sklaven aufgebaut wurde, und das Versprechen auf Glück, das in einer Schule mit lauter afroamerikanischen Schülern als Selbstbefeuerung ausgegeben wird: «I’m a winner, not a loser.» Am triftigsten ist die uramerikanische Verbindung aus Traum und Druck im Gespräch mit einer Frau zu spüren, die Habseligkeiten aus verloren gegangenen Leben versteigert. Das Öffnen der «Boxes» genannten Lagerräume sei jeden Tag wie Weihnachten, sagt sie erst positiv gestimmt, um auf die Frage nach den Schicksalen, die das Versteigerte verloren haben, auf den Job zu verweisen, den sie zum Leben bräuchte. «Ich versuche, nicht auf die Fotos zu gucken», sagt die Frau, denn da werden, wie in Beckermanns Filmen, die Geschichten konkret.

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