TONY CONRAD: COMPLETELY IN THE PRESENT

  • Tyler Hubby

Tony Conrad war ein Hüne, im direkten wie im übertragenen Sinn. Das verrät schon ein kurzer Blick auf das überragende künstlerische Werk des US-amerikanischen Avantgardisten, der seit den frühen Sechzigerjahren immer wieder entscheidende Impulse gesetzt hat. Denn Conrad hat nicht nur Musikgeschichte geschrieben, sei es gemeinsam mit dem Minimalisten La Monte Young, an der Seite von John Cale und Lou Reed oder mit seinen ganz eigenen experimentellen Noise-Collagen, sondern auch als experimenteller Filmemacher, Performance- und Videokünstler stellte er immer wieder nachdrücklich die gegebenen Paradigmen auf den Kopf.

Der erfahrene Cutter von The Devil and Daniel Johnston (2005) und Kurzfilmer Tyler Hubby ist dem Phänomen Tony Conrad in seinem dokumentarischen Regiedebüt auf die Spur gegangen. Über 20 Jahre lang hat er den umtriebigen Künstler begleitet und in dieser Zeit eine Fülle von Material gesammelt, das einen bemerkenswert persönlichen Einblick in die Gedankenwelt und Arbeitsweise Conrads gibt und dabei zugleich eine Leidenschaft versprüht, die regelrecht ansteckend wirkt. (pj)

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