MA'AL AL-FIDDA

  • Ossama Mohammed Wiam Bedirxan

Ein Bild brennt sich in die Erinnerung ein: Es ist der Anblick eines nackten Jungen, der die Stiefel des Soldaten küsst, mit denen er noch kurz zuvor in Grund und Boden getreten wurde. Allein die Angst vor mehr Gewalt und Folter bringen ihn dazu, das spürt man, auch wenn die Kamera – vermutlich die eines Smartphones – nur eine verschwommene Aufnahme zulässt. So wie viele der im Film gezeigten Videoschnipsel verwackelt, abgehackt oder unscharf sind, und doch tragen sie das Grauen in sich ebenso wie den unermüdlichen Drang nach Veränderung, und mehr noch: nach Freiheit.

Silvered Water besteht aus Aufnahmen von 1.001 Syrern, wie es im Vorspann heißt, die der im Exil in Paris lebende Regisseur Ossama Mohammed aus der eigenen Hilflosigkeit heraus zu einer bestürzenden Collage zusammen geschnitten hat. Unterstützt wurde er dabei von der jungen kurdischen Dokumentarfilmerin Wiam Simav Bedirxan, die in Homs lebt, und deren Videomaterial den zweiten Teil des Films mit Hoffnung  und Trauer zugleich erfüllt. Mohammed selbst hatte Syrien 2011 verlassen müssen, als sich der Arabische Frühling auch dort entzündete. Bis heute liefert sein 2014 entstandener Dokumentaressay ein ungewöhnliches und in seiner Intensität einmaliges Zeugnis zum Krieg in der Region.

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