MATA-ME POR FAVOR

  • Anita Rocha da Silveira

Barra de Tijuca, ein im Westen von Rio de Janeiro gelegenes Stadtviertel: Ansammlungen von Hochhäusern inmitten von Brachen, die nachts gefährliches Gelände werden. Eine Serie von Vergewaltigungen und Morden sorgt für Entsetzen. Bia und ihre Freundinnen aber, die von Hormonen entflammt mitten im Pubertätsfeuer stehen, reagieren mit morbider Faszination. Ein Spiel mit der Angstlust, das seinen Nährboden in Gerüchten und Mutmassungen findet und das vor allem Bia leichtsinnig immer weiter vorantreibt und sich zu ihrem ganz persönlichen Flirt mit der tödlichen Gefahr gestaltet.

Nach drei Kurzfilmen legt die brasilianische Filmemacherin Anita Rocha da Silveira mit Mate-me por favor ihr eigenwillig düsteres Langfilmdebüt vor. Eine Expedition in jenes dunkle, von Erwachsenen befreite Reich, in dem Teenagerpsychen im Widerstreit von Todessehnsucht und Lebensgier die Orientierung verlieren, in dem Begehren und Blut in eins fallen und zum letztgültigen Beweis der eigenen, verunsicherten Existenz werden können. Ein Stimmungsbild mit kursorischen Reminiszenzen ans Genrekino, das das emotionale Chaos seiner jugendlichen Protagonistinnen in die leuchtend starken Farben klar strukturierter Bilder fasst, bevor es sich im Assoziationsraum auflöst.

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