CAN'AN

  • Mani Haghighi

Mina will sich von ihrem Gatten Morteza trennen – zehn Jahre waren offenbar genug. Die beiden fahren zu einem dieser in solchen Fällen anscheinend notwendigen gemeinsamen Wochenenden ans Kaspische Meer. Minas suizidale Schwester Azar und Mortezas Freund Aziz sorgen dafür, dass vieles nicht ganz so auf den Tisch kommt, wies vielleicht gedacht war, angefangen mit Minas Schwangerschaft ...

Das Drehbuch zu Canaan hat  Mani Haghighi zusammen mit Asghar Farhadi geschrieben und ist an einem Schnittpunkt ihrer Interessen situiert: die iranische Mittelschicht, deren Weltschmerz. Für Haghighi-Verhältnisse ist Canaan ein vergleichsweise klassisch-realistisches Melodram, weitestgehend frei von seinen gewohnten inszenatorischen Hyperbeln und Hakenschlägen, seiner Lust an der Eskalation. Hier, scheints, wollte er sich einmal in der Kunst der (lauten) Implosion versuchen. Entsprechend antonioniesk fühlt sich Canaan denn auch an in seiner ganzen leicht glazialen, eher spröd-starrenden Eleganz, die so total anders ist als die flüchtig-poröse Poesie von Abadan und Men at Work.

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