48 STUNDEN BIS ACAPULCO

  • Klaus Lemke

Frank Murnau will ein anderes Leben, und das zügig: Top-Frauen gehören dazu, viel Geld, und eben auch ein paar harte Gegner. Kann er alles haben. Für die Kohle, Basis jeden Jet-Set-Daseins, soll der Verkauf von Industriegeheimnissen sorgen, wobei der alte Mann in Acapulco mehr dafür zu bieten scheint als der alte Mann am Schliersee. Die Frauen sind schon da, denn Frank sieht Bombe aus, einfach cool. Die Gegner, schliesslich, lassen auch nicht lange auf sich warten und hören auf Namen mit Kinoklang wie Cameron und Grunder. Am Ende: ein Nullsummenspiel, ganz klassisch.

Klaus Lemke sagte immer, dass für ihn und seine Spiessgesellen amerikanische Filme Dokumentationen darüber waren, wie das Leben sein soll. Und so machte er dann seinen ersten Langfilm: Als Reenactment dieses Kinos, ganz exakt zugeschnitten auf bundesdeutsche Verhältnisse – BRD-Lässigkeit, BRD-Schönheit, BRD-Melancholie, welthaltig, kosmopolitisch wie wenig, was es vorher und nachher im hiesigen Film gab. Ein Fim darüber, wie man sich hinsetzt, Musik hört (zB. ein Summer in the City-Instrumentalcover), dabei mit jedem Schluck Wasser oder Whiskey das Verstreichen der Zeit formt. Ein Film über alles.

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