JAUJA

  • Lisandro Alonso

Gunnar Dinesen ist ein dänischer Ingenieur in Diensten der Armee, die Ende des 19. Jahrhunderts an der Küste Patagoniens Krieg gegen die indigene Bevölkerung führt. Dinesen will die äusseren Umstände seiner Arbeit von sich fernhalten, als aber seine 15-jährige Tochter mit einem Soldaten davonläuft, muss er sich stellen. Er macht sich auf eine Suche, die alle Möglichkeiten von Joseph Conrads «Heart of Darkness» bis John Fords The Searchers (1956) in sich birgt, jedoch überraschend anders verläuft.

Alle Arbeiten des 1975 in Buenos Aires geborenen Drehbuchautors und Filmemachers Lisandro Alonso begleiten schweigsame Männer auf gefahrvollen Wegen durch eine Wildnis und setzen bei der Inszenierung ihrer Reise, die meist auch eine der Selbstfindung ist, auf das bewusstseinserweiternde Vermögen von genauem Blick und langsamer Bewegung. Jauja (2014), Alonsos fünfter Langfilm, ist da keine Ausnahme, stellt aber mit Viggo Mortensen – der koproduziert, die Musik verantwortet und die Hauptrolle übernimmt – einen veritablen Star-Schauspieler in den Fokus der Normalformat-Bilder, die mit ihren abgerundeten Ecken an frühe Filme und alte Fotos erinnern. Mortensen aber macht seine Star-Persona verblassen und verschwindet in der Pampa.

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