PARCE QUE J’ÉTAIS PEINTRE

  • Christophe Cognet

Verliert die Kunst vor Entsetzen ihre Sprache angesichts des Schreckens, den sie erblickt? Wie eine Symphonie aus Grautönen, spektakulär, so seien die Leichenberge anzusehen gewesen. Das sagt einer jener Künstler, die die NS-Konzentrationslager überlebt haben. Einer von jenen, die festgehalten haben, was sich vor ihren Augen abspielte, und deren Zeugnisse in Wort, Schrift, vor allem aber Bild in Because I was a Painter (Parce que j’étais Peintre) von Christophe Cognet versammelt sind.

Es ist schwieriges Terrain, das der 1966 in Marseille geborene Filmemacher, der sich nach einem Studium an der Sorbonne auf Essayfilme zum Thema Erinnerungsarbeit und kreativer Prozess spezialisiert hat, hier erkundet. Schliesslich werfen die gezeigten Arbeiten, die ebenso historische Dokumente wie Kunstwerke sind, Fragen nach der Gültigkeit ästhetischer Kriterien im Angesicht des Holocaust auf. Zugleich demonstrieren sie einen unverbrüchlichen menschlichen Überlebenswillen, der sich gegen Dehumanisierung und Vernichtung wendet und im künstlerischen Akt konkretisiert. Angesichts der Komplexität des Themas ist die von Cognet gewählte Form – eine Montage von Bildern und Zeichnungen, Interviews mit Künstlern und Archivaren, Aufnahmen heutiger KZ-Gedenkstätten – wohltuend unaufgeregt und lässt dem Zuschauer die Freiheit des Mitdenkens.

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