Über zwei Jahrzehnte währte die Leinwandabstinenz. Nun legt Alejandro Jodorowsky – Filmemacher, Theaterregisseur, Schauspieler, Schriftsteller, Musiker, Comicbuchautor, Psychomagier, Tarologe und was sonst noch – mit The Dance of Reality (La Danza de la Realidad) einen Film vor, den man getrost auch einen Exorzismus nennen kann. Das wilde Werk des 1929 in Tocopilla, Chile, als Kind einer jüdisch-ukrainischen Familie geborenen und ab den 1950ern in Mexiko und Frankreich arbeitenden Jodorowsky beruht auf dessen gleichnamiger, 2001 erschienener, autobiografischer Textsammlung. The Dance of Reality bietet zunächst ein Konglomerat aus ins Surreale gleitenden Impressionen der unglücklichen Kindheit Alejandros, um sich sodann an die Fersen von dessen unduldsamem Diktatoren-Vater Jaime zu heften und diesen in einer wüst fabulierten Pikareske einem schmerzhaft-demütigenden Läuterungsprozess zu unterziehen. Der Film – in dem Jodorowskys Sohn Brontis Vater Jaime spielt – sei, so der Regisseur, «im psychomagischen Sinn ein Stück Familienheilkunst geworden». Eine selbsttherapeutische Fantasie, die im Rückblick auf die Gefahr das Rettende für die Zukunft wachsen lässt. Ein exzessiv Symbole und Metaphern kotzendes Monstrum von einem Film. Tragikomisch, wagemutig, grandios!
LA DANZA DE LA REALIDAD
- Alejandro Jodorowsky
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