AT BERKELEY

  • Frederick Wiseman

Frederick Wiseman, der John Ford des modernen Kinos, arbeitet primär an einem Grossthema: der US-Gesellschaft, deren Entwicklung, wie sich diese in den unterschiedlichsten Formen und Strukturen des Miteinanders abbildet. So realisierte Wiseman Filme über: Kleinstädte (Aspen, 1991, und Belfast, Maine, 1999), Sozial(zwischen)räume (u.a. Canal Zone, 1977, und Central Park, 1990), den Sozialstaat (u.a. Welfare, 1975, und Public Housing, 1987) sowie das Unterrichtswesen (High School, 1969, und High School 2, 1994).

Zu ersterem wie letzterem Komplex gehört At Berkeley, der sich seinem Sujet von zwei Seiten zugleich nähert: Einerseits wird der Alltag dieser altehrwürdigen Lehr- und Forschungsstätte betrachtet, andererseits deren Bedeutung für die Gemeinde, welche ökonomisch von ihr abhängig ist. Dabei kristallisiert sich ein Bild der USA als Staat in der Krise: Die Universität ringt mit ihren Ansprüchen wie Budgets, altlinke Administratoren erweisen sich vom Gang durch die Institutionen zermürbt wie ernüchtert, während die Studentenschaft sich lauter wie ziellos in einem politischen Aktionismus ohne Morgen ergeht. Klingt vertraut? Nun, At Berkeley hat eine ausserordentliche Anwendbarkeit auch auf die hiesigen Verhältnisse wie Zustände ...

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