ZASTAVA IL’IČA

  • Marlen Chuciev

Nach zwei Jahren Wehrdienst kehrt Sergej zurück nach Hause, zu seiner Mutter und seiner Schwester. Im Moskauer Stadtteil namens Zastava Il'iča warten auf ihn auch seine langjährigen Freunde Slawa und Nikolaj, ein verheirateter Arbeiter und ein Intellektueller. Sergej verliebt sich, kommt aber mit der Liebe und dem neuen sowjetischen Leben nicht zurecht.

Die jungen Moskauer und ihre Sinnsuche stehen im Zentrum dieses stimmungsvollen Epos und «Zentralmassivs» des Tauwetter-Kinos. Hier tauchen Individuen auf, die das Zeug zu Identifikationsfiguren haben. Die Schwierigkeiten der jungen, vaterlosen Generation werden insbesondere in einer Traumsequenz auf den Punkt gebracht: Der zwanzigjährige Held Sergej begegnet seinem jüngeren, 1941 im Zweiten Weltkrieg gefallenen Vater. Gerade diese Sequenz bezeichnete die Zensurbehörde als «provokativ» und störte sich auch an anderen, in denen die wichtigsten Vertreter der damaligen Moskauer Kunstszene auftreten.

Chucievs Meisterwerk wurde als erster Tauwetter-Film verboten. Zwei Jahre lang überarbeitete der Regisseur den Film und stellte 1964 eine gekürzte Fassung unter dem Titel I am Twenty (Mne dvadcat’ let) vor. Das Stadtkino zeigt die ungekürzte, 1987–88 restaurierte Urfassung des Films.

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