TANEC DELI

  • Ivan Vyrypaev

Ein Film in sieben Kurzfilmen. Sieben jeweils in sich stimmige Szenen, Begegnungen, Anekdoten, von denen die eine stets zur nächsten zu führen scheint, was aber nicht bedeutet, dass diese Kettenreaktion in ihrem Verlauf nicht diverse Widersinnigkeiten produziert – vorhin noch Tote sind plötzlich gesund, Paare getrennt, Zwiste vergeben, Erinnerungen vergessen. Das alles an einem Ort von grimmiger Schlichtheit: auf einer Bank in einem Krankenhausflur vor einer gekachelten Wand. Ein perfektes Theaterstück gegeben von einer Handvoll brillanter Darsteller, gefilmt mit einer bewunderungswürdigen Konzentration auf das Wesentliche – jede Geste, jeder Blick, jede noch so kleine Atempause wird zu einem regelrechten Ereignis. Das Ergebnis: die comédie humaine en miniature.

Ivan Vyrypaev, einer der aktuellen Stars unter den Dramatikern des russischen Theaters, adaptiert sich hier zum zweiten Mal selbst fürs Kino, wieder mit seiner Lebensgefährtin, der polnischen Darstellerin Karolina Gruszka in einer der Hauptrollen. Selbst wer kein Russisch kann, spürt, wie Vyrypaev mit der Sprache zu arbeiten, einen immer rasenderen Sog zu entwickeln versteht allein aus der Lautung wie dem Rhythmus seiner Sätze. Schwer vorstellbar, aber wahr: Auf seine Art ist Delhi Dance eine Achterbahnfahrt.

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