NEBESNYE ŽENY LUGOVYKH MARI

  • Aleksei Fedorchenko

«Celestial Wives» liesse sich mit «Himmelsweiber» oder «überirdische (Ehe-)Frauen» übersetzen, und obzwar die knapp zwei Dutzend Protagonistinnen nicht alle verheiratet sind, scheinen sie auf eine diffuse Weise mit der nichtstofflichen Welt verbunden. Sie sind apart, sinnlich, lebenslustig, sie haben Spass am Sex, einen starken Willen und lassen sich die Butter nicht vom Brot nehmen. Sie sind weise Frauen, Hexen, Sirenen, Elben. Sie sind das Salz der Erde.

Mit Celestial Wives of the Meadow Mari kehrt Aleksei Fedorchenko – 1966, ausgebildeter Ingenieur und seit den Neunzigern als Regisseur, Drehbuchautor und Produzent tätig – an den Schauplatz und in die kulturelle Sphäre seines vorangegangenen, international erfolgreichen Films zurück. Auch Silent Souls (2010), gleichfalls nach einem Buch von Denis Osokin, spielte in der von paganischen Ritualen geprägten Welt der Mari, eines in der westrussischen Wolga-Region beheimateten finno-ugrischen Volkes, dessen Mitglieder als die letzten Heiden Europas gelten. Doch Fedorchenko ergibt sich weniger dem Reiz des Folkloristischen oder der Exotik magischer Praktiken als vielmehr üppiger Nacktheit sowie allerlei Formen des Begehrens. Er lässt den Frauen ihre Geheimnisse, stellt dem Publikum ein paar Rätsel und frönt ungeniert der Schaulust. Wahrscheinlich wurde er verzaubert.

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