Am 18.12.2011 fand im Berliner Haus der Kulturen der Welt (HdKdW) eine denkwürdige Agit-Matinee statt: Zehn bundesdeutsche Intellektuelle unterschiedlicher Disziplinen standen für jeweils zehn Minuten auf der Bühne und sprachen über Aspekte des Eurokrisen-Miasma und wie man dieser sehr realen Bedrohung begegnen könnte, sollte, müsste. Der Regisseur Romuald Karmakar selbst war einer der zehn, seiner Kunst gemäss sprach er nicht, sondern zeigte einen Kurzfilm. Die Veranstaltung wurde vom HdKdW und von 3sat aufgezeichnet. Aus diesem Material montierte Karmakar Angriff auf die Demokratie – Eine Intervention aufs Wesentliche konzentriert, die Sprecher und ihre Präsentationen einfach, klar, so wie man es von ihm aus seinen Spielfilmen (u.a. Der Totmacher, 1995; Die Nacht singt ihre Lieder, 2004) und seinen Dokumentationen (u.a. Das Himmler-Projekt, 2000; Land der Vernichtung, 2004; Villalobos, 2010) gewöhnt ist. Der Film bringt die politischen Forderungen dieses Berliner Morgens auf den Punkt. Widerstand heisst, sich Zeit zu nehmen; Widerstand heisst, zu insistieren; Widerstand braucht eine reale, körperliche Gemeinschaft: Gegenwart – die muss hergestellt werden, und dafür ist der Film u.a. da. Hier geht es um die «pólis», radikal.
ANGRIFF AUF DIE DEMOKRATIE – EINE INTERVENTION
- Romuald Karmakar
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