KNIFER

  • Yannis Ekonomides

Nikos ist eigentlich alles egal – bis sein Vater stirbt und er mit einem Mal auf sich allein gestellt ist. Sein Onkel holt ihn zu sich in die Kapitale, was für Nikos mindestens so aufregend wie verstörend ist. Dort bekommt er denn auch einen Job, der gut zu ihm passt: Nikos soll auf zwei reinrassige Hunde aufpassen – die Nachbarn haben’s auf sie abgesehen.

Kriegsgebiet Stadtrand. Hauptfeind: die bucklige Verwandschaft. Bevorzugte Waffe: Schreiattacken und schiere Heimtücke. Diesen brutal-niederen Grundton kultiviert Yannis Ekonomides schon seit seinem Matchbox (Spirtokouto, 2002). Im Griechenland des gebürtigen Zyprioten beharken sich alle gegenseitig. Neu für Ekonomides ist in Knifer (Macherovgaltis) diese ganz eigenklare visuelle Pracht wie Ruhe im Rhythmus, die sich doch erst arg beisst mit der Heftigkeit der Geschichte. Verwiesen wird so auf eine Moral, die älter und grösser ist als das, was sich da in den Köpfen dieser fleissigen Erbauer eigener Höllen abspielt. Schönheit ist, und zwar manchmal gegen jede Chance.

Yannis Ekonomides wurde 1967 geboren. Er studierte Regie in Athen und realisierte Kurzfilme (u. a. Stadiaki veltiosi tou kerou, 1992; Just Feeling the Jasmine Scent (Mono myrizontas giasemi, 1994)). Sein erster Langfilm war Matchbox (Spirtokouto, 2002).

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