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Die Ausgangssituation: Eine Künstlerin und ein Schauspieler begeben sich in einem Filmstudio in Klausur. Die Aufgabe: Sie wollen in der Aus-

einandersetzung mit den Projektionen und Er-

wartungen, die sich an ihre jeweiligen öffentli-

chen Images angelagert haben, ihrer je eigen-

tlichen (vor allem auch Geschlechts-)Identität auf den Grund gehen. Die Mittel: totale Auf-

richtigkeit und schonungslose Selbstentäus-

serung, ermöglicht durch den Einsatz von je drei Alter Egos, die distinktive Charakterzüge sowie unterschiedliche Gender verkörpern und von weiteren SchauspielerInnen dargestellt werden. Ergebnis: Beim Frühstück sitzen zwei Personen in Gestalt von acht Persönlichkeiten beieinander und im Studio geht es alsbald absehbar rund. Die schwedische Künstlerin Anna Odell, Jahrgang 1973, deren provokantes Werk die eigene Person am wenigsten schont, hat eine hochkarätige Riege skandinavischer MimInnen versammelt, um in vielfach oszillierenden Spiegelungen Rollenmodelle an Wesenszügen zu brechen. Zwischen Angst-

störung, Profilneurose und Kunstwollen verhandeln Alphamann und Alphafrau den Fortgang der Ereignisse, die Verführerin mit dem Kinderwunsch zwingt das allzeit bereite Sexsymbol in die Knie, doch es sind am Ende auf beiden Seiten die Duckmäuser, die die Riesenegos zu Fall bringen. Grosses Theater! (as)

 

 

Schweden, Dänemark 2018
112 Min. Farbe. DCP. S/Dän/e

Regie: Anna Odell

Buch: Anna Odell

Kamera: Daniel Takács

Schnitt: Kristin Grundström, Hanna Lejonqvist

Musik: Gustaf Berger, Markus Hasselblom

Mit: Anna Odell, Mikael Persbrandt, Vera Vitali, Trine Dyrholm


 

Internationaler Wettbewerb 2019 "Cutting Edge"
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