Monos

 

 

Guerillas im Nebel, stationiert im Nirgendwo einer kolumbianischen Hochebene. Die acht Teenagersoldaten, die sich über Kampfnamen wie Rambo, Dog und Smurf identifizieren, sollen in der Abgeschiedenheit des Hinter-

landes eine paramilitärische Einheit bilden. Sie trainieren intensiv und geben sich Mühe, neben einer kostbaren Milchkuh auch die US-Ameri-

kanerin Doctora zu bewachen, die sie im Auftrag ihrer «Organisation» gefangen halten. Doch es dauert nicht lang, bis die prekäre Situation eskaliert und die Truppe mitsamt ihrer Geisel zum Rückzug in die Tiefe des Dschun-

gels gezwungen wird. Aufbauend auf diesem minimalen Handlungsgerüst hat der brasilia-

nische Regisseur Alejandro Landes ein surreales, optisch wie akustisch überwälti-

gendes Überlebenskampfszenario geschaffen, das die psychologische Dichte von William Goldings Inseltrauma «Herr der Fliegen» in den Horror moderner Kriegsführung überträgt. Vor allem eine imposante Bildsprache und der oszillierende Soundtrack von Mica Levi machen Monos zu einer höchst eindringlichen Erfahrung der Sinne, Emotionen und Instinkte. Hierar-

chien lösen sich auf, Machtverhältnisse ver-

schieben sich, doch Landes behält auch in seinem dritten Spielfilm stets die Oberhand eines jungen Auteurs, der seiner Ausdrucks-

kraft keine Grenzen setzt. (pj)

 

 

Kolumbien, Argentinien, Niederlande, Dänemark, Schweden, Deutschland, Uruguay, USA 2019
102 Min. Farbe. DCP. Sp/e

Regie: Alejandro Landes

Buch: Alejandro Landes, Alexis Dos Santos

Kamera: Jasper Wolf

Schnitt: Yorgos Mavropsaridis, Ted Guard, Santiago Otheguy

Musik: Mica Levi

Mit: Julianne Nicholson, Moisés Arias, Sofía Buenaventura, Karen Quintero


 

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