Três Irmãos
Two Brothers, My Sister

 

 

Maria tut alles, um im Leben voranzukommen, arbeitet tagsüber in einem Eisenwarenladen und geht abends zur Schule – und doch tritt sie seltsam auf der Stelle. Als einzige Tochter kümmert sie sich aufopferungsvoll um den zunehmend desolaten Haushalt ihrer Eltern – der Vater garstig und unberechenbar, die Mutter depressiv und mit den unkontrollierten Gewaltausbrüchen ihres Mannes sichtlich überfordert. Als es zu einem besonders brutalen Zwischenfall kommt, schreiten zwar endlich auch die Brüder zur Tat, müssen daraufhin jedoch ihr Zuhause verlassen. Der Druck auf Maria wächst ins Ungeheure, als sie bei einem unerwiderten Annäherungsversuch ihres Chefs zum Messer greift. Langsam und schmerzlich gestaltet Teresa Villaverde den unaufhaltsamen Untergang dieser zunehmend erstarrenden jungen Frau, die einerseits ihre Schwierigkeiten damit hat, sich zu öffnen, und andererseits permanent um Nähe und Zuneigung ringt, wo längst alle Hoffnung verloren ist. In der Hauptrolle glänzt Maria de Medeiros, die ihrer Figur eine bemerkenswert rohe, sinnlich-düstere Intensität verleiht, die sich, getragen von Vasco Pimentels wunderbar elegischem Soundtrack, kühn der bewusst nüchternen, elegant konstruierten Inszenierung des Films gegenüberstellt. (pj)

 

 

Portugal 1994
106 Min. Farbe. P/e. P/e

Regie: Teresa Villaverde

Buch: Teresa Villaverde

Kamera: Ulrich Jansen

Schnitt: Vasco Pimentel


Musik: Vasco Pimentel


Mit: Maria de Medeiros, Marcello Urgeghe, Evgeniy Sidikhin, Laura del Sol


 

Teresa Villaverde - Fragiler Punk
Bildrausch 2017