Ang babang humayo
The Woman Who Left

 

 

The Woman Who left (Ang babang humayo) basiert lose auf einer Kurzgeschichte Tolstojs: «Gott sieht die Wahrheit, aber er wartet» (1872). Lav Diaz Parabel auf Gnade und Vergebung beginnt, wo Tolstoj endet, nämlich mit einer Entlassung aus dem Gefängnis. Jahrzehnte verbrachte Horacia Somorostro in Haft für ein Verbrechen, das sie nicht beging. Horacia kennt den Schuldigen, und will sich nun rächen – nur: Hat sie diesen Gewaltakt in sich?... Und wie geht man damit um, wenn sich andere Menschen diesen scheinbar privaten Hass zu eigen machen? Ein Film auf Leben und Tod. Wer macht heute so etwas schon?
Tolstoj steht, neben Dostoevskij, ganz am Anfang von Lav Diaz’ künstlerischen Schaffens – als er noch Schriftsteller werden wollte, auch weil das Kino so teuer und damit unmöglich wirkte. Es sind denn auch die gestalterische Weite, Wucht, Kraft und Komplexität von Romanen wie Dostoevskijs «Besy» (1872) oder Tolstojs «Anna Karenina» (1878), mit denen sich am Besten der Atem von Werken wie Evolution of a Filipino Family (2004), Death in the Land of Encantos (2007) oder A Lullaby to the Sorrowfull Mistery (2016), beschwören lässt – und damit auch ihre moralische Macht wie spirituelle Unbedingtheit, Tiefe. (om)

 

 

Philippinen 2016
226 Min. sw. DCP. Fil/e

Regie: Lav Diaz

Buch: Lav Diaz


Kamera: Lav Diaz


Schnitt: Lav Diaz


Mit: Miss Charo Santos-Concio, John Lloyd Cruz, Michael De Mesa, Shamaine Centenera-Buencamino



 

Specials
Bildrausch 2017