JAHR

 


Jury des Internationalen Wettbewerbs 2019

RAMELL ROSS


studierte Englisch und Soziologie an der Georgetown University und Kunst an der Rhode Island School of Design. Er lebt und arbeitet als Fotograf, Autor und Filmemacher in Rhode Island und Alabama und lehrt aktuell am Visual Art Departement der Brown University in Providence. Seine vielbeachteten fotografischen Arbeiten und Texte erschienen unter anderem in der «New York Times», im «Harper’s Magazine», in «Aperture», «TIME», «Oxford American» und dem Walker Arts Center. 2018 feierte sein Regiedebüt Hale County This Morning, This Evening am Sundance Festival Premiere, wo es mit dem Special Jury Award for Creative Vision ausgezeichnet wurde. Bei den diesjährigen Academy Awards war sein Erstling gar für einen Oscar für den Besten Dokumentarfilm nominiert. In der lyrischen Dokumentation über die afroamerikanische Lebenswelt im südlichen Alabama fing RaMell Ross deren atmosphärische Dichte mit beeindruckender visueller Erzählkunst ein und trat damit in die Fussstapfen von Charles Burnett, den er neben Andrei Tarkowski und Toni Morrison als Inspiration für sein Schaffen nennt. Letztes Jahr war RaMell Ross mit Hale County bei Bildrausch zu Gast und wurde von der Jury mit einer lobenden Erwähnung bedacht.
 

ARAMI ULLÓN


Die seit 2011 in Basel lebende Filmemacherin ist schon 25 Jahre im audiovisuellen Bereich tätig. Ihre Erfahrungen als Produzentin umfassen Musik-Videos, TV-Programme und Werbefilme überwiegend für paraguayische und einige europäische Produktionshäuser. Im Bereich Fiktion arbeitete sie für die Spielfilme El toque del Oboe (Paraguay/Brasilien, 1997), [Miami Vice] (USA, 2006) und 18 cigarrillos y medio (Paraguay/Mexiko/Spanien, 2011). Letzteren hat sie selbst produziert. Nach zwei Kurzfilmen (Ausencia de un nombre propio (1998) und Beckon (2000)) feierte sie 2014 mit El tiempo nublado ihr Regiedebüt. Die zutiefst persönliche, feinfühlige Dokumentation über ihre seit langen Jahren an Epilepsie und Parkinson erkrankte, in Paraguay lebende Mutter wurde auf über 70 internationalen Filmfestivals gezeigt und unter anderem mit dem Regards Neufs Award for Best First Film am Dokumentarfilmfestival Visions du Réel, dem SIGNIS-Preis, dem Prix du Lycéen Documentaire in Cinélatino – Rencontres de Toulouse und dem Basler Filmpreis für den besten Film ausgezeichnet. Aktuell arbeitet sie an ihrem zweiten Langfilm Nothing But the Sun, einer Untersuchung der komplexen Bedeutung von Identität und Zugehörigkeitsgefühl, basierend auf der Situation der Ayoreo-Ureinwohner in Paraguay.
 

GERWIN TAMSMA


war lange Jahre als Filmkritiker und Herausgeber unter anderem für das «NRC Handelsblad» und das «Dutch Film Yearbook» tätig, ehe er 1996 zum International Film Festival Rotterdam (IFFR) kam. Hier ist er für die Programmierung der Spielfilme aus Lateinamerika, China, Korea, Skandinavien, Italien, Spanien und Portugal verantwortlich und leitet die Sektion «Bright Future» für junge Filmemacher. Er ist zudem Teil des Auswahlkomitees für den Tiger-Awards-Wettbewerb und Mitglied des Komitees des Hubert Bals Fund, der innovatives und engagiertes Filmschaffen unterstützt. In seiner Zeit beim IFFR hat er verschiedenste Retrospektiven und Spezialprogramme kuratiert und sass schon in diversen internationalen Jurys wie beim Vancouver International Film Festival, beim Bafici Festival in Buenos Aires, beim CPH: DOX in Kopenhagen oder beim Cinema Digital Festival in Seoul. Sein Herz schlägt für Filme, die inspiriert wie inspirierend sind, sich mit frischem Blick und einer kreativen Einstellung zum professionellen Filmemachen und zur Welt an ihre Themen wagen und gerne auch unbequem und fordernd sein dürfen.