Hommage an Ruth Beckermann

Poesie des Flüchtigen 

 

2016 gewann Ruth Beckermann mit ihrem Essay Die Geträumten über den Briefwechsel zwischen Ingeborg Bachmann und Paul Celan den Bildrausch-Ring der Filmkunst. Nun widmet Bildrausch der brillanten österreichischen Essayistin eine Hommage und eröffnet mit ihrem Oeuvre den in Zusammenarbeit mit Jean Perret geschaffenen «Gedanken/Raum». 

 

Als Filmemacherin fängt Ruth Beckermann die Flüchtigkeit von Zeit, Erinnerung und Identität ein, umkreist ihre Figuren und Themen, lässt sich von Intuition und Assoziation leiten und liebt es, überrascht zu werden. Ihr Name steht weit über die Grenzen Österreichs hinaus für ein der Realität zugewandtes, politisch sensibles Kino. Dabei sind die Formen, in denen sich ihre Politik der Bilder manifestiert, vielfältig: von «klassischen» Zugängen über essayistische Zeit- und Raumteppiche bis hin zu künstlerischen Sprüngen, bei denen das Dokumentarische ins Fiktionale übergeht. Gemeinsam ist allen Filmen Beckermanns eine Auseinandersetzung mit der Geschichte – entlang der genauen Beobachtung gegenwärtiger Konstellationen. Etwa in ihrer Beschäftigung mit Österreich, dem Judentum und Fragen nach der persönlichen und kollektiven Identität beziehungsweise deren Brüchen. 

 

Bildrausch präsentiert Die papierene Brücke (1987), American Passages (2011) und Waldheims Walzer (2018) und lädt zur Auseinandersetzung mit Ruth Beckermann im neuen «Gedanken/Raum». 

 

 

Der Gedanken/Raum

 

Der direkte, informelle Austausch zwischen den Filmschaffenden und dem Publikum ist seit jeher ein wichtiger Bestandteil von Bildrausch. Diese Tradition der Auseinandersetzung wird nun mit dem «Gedanken/Raum» um ein festes Forum erweitert. Hier sollen engagierte Gespräche und eine vertiefte Auseinandersetzung stattfinden. Unterschiedlichste Ansätze, genau so wie verschiedenste Sensibilitäten und Kulturen, sollen Platz erhalten. Der «Gedanken/Raum» will in den „Werkzeugkasten“ der Filmschaffenden schauen und ihre Arbeitsweisen offen legen – denn mit ihnen gestalten sie nichts weniger als Visionen unserer Welt. 

 

Die erste Ausgabe des «Gedanken/Raum» erkundet die Dimensionen des Werks von Ruth Beckermann.

 

Entwickelt wurde das neue Gesprächsformat, das u.a. Projektionen von Filmausschnitten und Interventionen des Publikums vorsieht, in Kooperation mit Jean Perret, dem langjährigen Leiter von «Visions du réel» in Nyon und gegenwärtigem Leiter der Abteilung Film der HEAD in Genf. 

 

Stadtkino Basel 

Samstag, 2. Juni 2018, 9:30 – 12:30 Uhr 

Eintritt frei