Du zhan
Drug War

 

 

Sieht schlecht aus für Timmy Choi: Der Drogenhändler wurde erwischt, die Rechtsprechung der Volksrepublik China sieht für Fälle wie seinen die Todesstrafe vor. Chois einziger Ausweg ist sein Wissen um die kriminellen Netzwerke: Packt er aus, lässt ihn Hauptkommissar Zha¯ng, mit dem Leben davonkommen. Zha¯ng und Choi sind ge-zwungen, einander zu vertrauen – und spielen deshalb ein jeweils doppeltes bis dreifaches Spiel ... Der erste als volksrepublikanische und nicht als Hongkonger Produktion realisierte Actionfilm von Johnnie To hat die unter diesen Umständen zu erwartenden ideologischen Grauwerte: An der Oberfläche ist Drug War ein Pro-Todesstrafe-Film. Dass Choi in der Omega Suite auf einer Bahre festgeschnallt landet und hyperventilierend den Schlauch anschaut, durch den der «Jesus Juice» in seine Venen fliessen wird, weiss man nach dem Ansehen des Trailers. Will sagen: Wie's endet, ist klar – Choi hat keine Chance. Und genau daraus entwickelt To sein Drama. Ähnlich finster-verzweifelt-ausweglos war selten eines seiner Werke – überhaupt des Film noir, denkt man sich, je näher das Ende kommt, je mehr Leichen die Wege Chois wie Zha¯ngs pflastern, je grotesker, monumentaler die Schiessereien – am Schluss sind es Strassenschlachten von Kriegsfilmdimensionen – werden. Paint it black. (om)

 

 

Hongkong/China 2012
107 Min. Farbe. Digital. Zh/e

Regie: Johnnie To

Buch: Ryker Chan, Ka-Fai Wai, Nai-Hoi Yau, Xi Yu

Kamera: Siu-keung Cheng

Schnitt: Allen Leung, David M. Richardson

Musik: Xavier Jamaux

Mit: Louis Koo, Honglei Sun, Yi Huang, Michelle Ye


 

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