Mädchen, Mädchen
Girls, Girls

 

 

Angela treibt eher der Zufall als Absicht zurück in jenes Herrenhaus, aus dem sie vor Jahren gerissen und in ein Erziehungsheim gesteckt worden war, weil die Minderjährige ein Verhältnis hatte mit dem Senior, einem lässig-sportlichen Mann von Welt, Fabrikbesitzer und Lokalmatador, der die Damen zu nehmen versteht, wie sie kommen, selbst wenn das Knastzeit heisst, wie diesmal, ihretwegen. Einmal da, nimmt sich der Junior ihrer an, linkisch aber bestimmt. Dann kommt der Senior wieder heim, und eigentlich könnten sich die Hausherren ja auch gut Angela teilen, meinen die, so implizit, aber ... I'll be there, with a love that will shelter you / I'll be there, with a love that will see you through singt David Llywelyn, während Angela und Junior sich im Gras nun so richtig näher kommen. Ein Moment geiler Raserei, wie ein Riss in diesem ansonsten subversiv-subtilen, angelegentlich fast surrealen Kammerspiel, dessen visuelle Herrlichkeit und Klarheit zu erschüttern weiss. Ein Film schön wie das Funkeln smaragdener Katzenaugen. Nur Roger Fritz, der in Wirklichkeit allertollste Mann des BRD-Kinos, konnte dieses Monument machen. Nur er. (om)

 

Vorfilm: Galaxis (1967)

BRD 1967.13 Min. s/w. 35mm. D
Regie: Rudolf Thome

 

 

Bundesrepublik Deutschland 1967
102 Min. sw. 35mm. D/e

Regie: Roger Fritz

Buch: Roger Fritz, Eckhart Schmidt

Kamera: Klaus König

Schnitt: Heidi Genée

Musik: David Llewellyn

Mit: Helga Anders, Jürgen Jung, Helmut Lange


 

Springtime in Munich - Die Neue Münchner Gruppe 1966–1969
Bildrausch 2016