Angely Revoljucii
Angels of Revolution

 

 

Sibirien, in den frühen 1930ern: Polina wird zum Vorposten Kasym gesandt, um den Waldnenzen und Chanten die Vorzüge der kommunistischen Kultur näherzubringen. Mit Polina zieht eine Künstlertruppe aus, deren Mitgliedern weniger an den Segnungen eines Arbeiter-und-Bauern-Staates gelegen ist als an einem Kult um die Kunst an sich. Die Chanten kämpfen schon seit Jahren gegen die Kolonialisierungsversuche einer Sowjetmacht, deren jüngste Vertreter ihnen nun mit lebenden Bildern von Männern mit breitkrempigen Hüten, Sphärenklängen und Wänden voller roter Quadrate das Blaue vom Himmel verheissen... Ähnlich wie schon Alexej Fedortschenkos Silent Souls (Ovsjanki) (2010) und Celestial Wives of the Meadow Mari (Nebesnye zheni lugovykh Mari) (2012), ist auch Angels of Revolution in den Traditionen und Riten minoritärer Volksgruppen verankert. Wobei es diesmal nicht allein um deren Lebenswelten geht, sondern auch um die ihrer «Befreier», der Vertreter der Revolution, deren Ideale von Schönheit und Glück zu Zeiten nicht weniger fremd wirken. Aus diesem in Wirklichkeit brutalen Zusammenstoss der Kulturen zaubert Fedortschenko ein modernes Feenmärchen, das eigenwillig ist und verschroben, vielschichtig und visionär, in seiner Bildgewalt verspielt, in seiner Farbenpracht so verstörend wie betörend. (om)

 

 

Russland 2014
113 Min. Farbe. DCP. Ru/e

Regie: Alexej Fedortschenko

Buch: Alexej Fedortschenko, Denis Osokin, Oleg Loewsky

Kamera: Schandor Berkeschi

Schnitt: Roman Waschenin

Musik: Andrei Karasew

Mit: Daria Ekamasowa, Oleg Yagodin, Pawel Basow


 

Internationaler Wettbewerb 2015 "Cutting Edge"
Bildrausch 2015