Fata Morgana

 

 

Ein Mann, eine Frau, beide vom Leben gestreichelt wie gegerbt. Mal sind sie in einer Wüste, meist aber in einem verfallenen Haus in einer Landschaft, unwirklicher als die dunkle Seite des Mondes. Sie sprechen miteinander, füreinander, aneinander vorbei, zueinander, umeinander. Sie sprechen von ersten und letzten Dingen, mäandernd, sich rückversichernd, forschend, fragend, in Bekenntnissen und Reminiszenzen, einander umkreisend, und immer in Gedanken-, Satzfragmenten. Wonach suchen sie dabei? – Vielleicht: einem Wort, Gefühl, durch das man ruhiger dem Ewigkeitsschrecken begegnen kann. Das alles in einem kristallinen Schwarz-Weiss, in Bildern wie Monolithen, voller Töne klar und hart.

Peter Schreiners Werke haben sich immer schon allen Definitionen verweigert – sie sind stets Hybride, Spiel-, Dokumentar-, Experimentalfilme in einem; genauer wäre es zu sagen: Sie sind unentfremdet, gestaltet exakt entsprechend seinen Bedürfnissen wie Wünschen. Für Schreiner ist das Kino ein Weg zum Menschen, ein Angebot zur Begegnung, damit auch eine Aufforderung zur Konfrontation mit sich selbst. Fata Morgana ist mit das Schönste, wie Notwendigste, was das Kino der letzten Zeit hervorgebracht hat – ein Werk der Selbstentäusserung, -befragung, erfüllt von einer ganz raren, sinnlichen Spiritualität. (om)

 

 

Österreich 2013
140 Min. sw. DCP. D/e

Regie: Peter Schreiner

Buch: Peter Schreiner

Kamera: Peter Schreiner

Schnitt: Peter Schreiner

Musik: Johannes Schmelzer-Ziringer

Mit: Giuliana Pachner, Awad Elkish, Christian Schmidt


 

Internationaler Wettbewerb 2013 «Cutting Edge»
Bildrausch 2013