Paziraie Sadeh
Modest Reception

 

 

Wieder Städter in den Bergen: Leyla und Kaveh fahren mit einem dicken SUV durch eine Gebirgslandschaft. Was für ein Verhältnis die beiden zueinander haben: Wer weiss; im Verlauf des Films sind sie mal ein Ehe-, mal ein Geschwisterpaar, mal ein Chef mit seiner Sekretärin und mal einfach Freunde – alles halt, was eine Frau und ein Mann so an zwischenmenschlichen und/oder Gewaltverhältnissen zueinander haben können. Bei ihrer Reise gehen sie einer eher ungewöhnlichen Beschäftigung nach: Sie verteilen Geld – viel Geld, Massen an Geld, plastiktütenweise, mehr Geld, als die Leute, denen sie es geben (manchmal erst gegen deren Willen), je gesehen haben in ihren magren Leben. Leyla und Kaveh sind dabei keine sonderlich netten Menschen, weder zueinander noch zu allen anderen. Wenn sie sich nicht gegenseitig wüst beschimpfen oder beleidigen, mal frotzelnd mal seelenverwundungswild, dann verhöhnen sie die Opfer ihrer Freigiebigkeit. Schlimm ist dabei, dass am Ende niemand wirklich nein sagen kann, egal, was sie an Widerlichkeiten verlangen ... Ein epochaler, verstörender, verblüffender Film, der unbequeme moralische wie ethische Fragen auf unbequeme Weise zu stellen versteht.

 

 

Iran 2012
100 Min. Farbe. DCP. Fa/d

Regie: Mani Haghighi

Buch: Mani Haghighi, Amir-Reza Koohestani

Kamera: Houman Behmanesh

Schnitt: Hayedeh Safiyari

Musik: Jeremy Strachan, David Weinkauf

Mit: Taraneh Alidoosti, Mani Haghighi, Saeed Changizian, Esmail Khalaj


 

Mani Haghighi - Popkino des Absurden
Bildrausch 2016