The Unspeakable Act

 

 

Die Gefühle der 17-jährigen Jackie für ihren ein Jahr älteren Bruder Matthew gehen über das hinaus, was man sich gemeinhin unter Geschwisterliebe vorstellt. Im Voiceover von The Unspeakable Act erzählt sie selbst von ihrem inzestuösen Begehren fast nebenbei und ziemlich unaufgeregt und verleiht damit dieser Coming-of-Age-Geschichte der etwas anderen Art die intime Anmutung einer Tagebuchaufzeichnung. Jackies reflektiert nüchterne Sicht der Dinge entmelodramatisiert die potenziell skandalösen Ereignisse; nicht weniger analytisch und zurückhaltend begegnet Matthew der tabuisierten Anziehung. Wie es sich für New Yorker Intellektuelle im Teenager-Alter gehört, versuchen die beiden ihr Dilemma im darüber Reden zu lösen.

            Vier Filme in 26 Jahren hat der 1955 in Pennsylvania geborene Dan Sallitt – verantwortlich für Regie, Drehbuch und Schnitt von The Unspeakable Act – bislang gedreht. Sein vergleichsweise kleines Werk gilt der «Village Voice» als eines der bestgehüteten Geheimnisse des US-amerikanischen Independent-Kinos. «Indiewire» nennt Sallitt «Amerikas Antwort auf Eric Rohmer» und liegt damit goldrichtig. Nicht nur weil The Unspeakable Act dem bedeutenden Franzosen gewidmet ist, vor allem weil Sallitt wie dieser die grosse Kunst der Verknüpfung von Gefühl, Gedanke, Wort und Geste beherrscht. Auch er kann mit dem Herzen denken. (as)

 

 

USA 2012
91 Min. Farbe. HDCam. E/d

Director: Dan Sallitt

Script: Dan Sallitt

Camera: Duraid Munajim

Editor: Dan Sallitt

Cast: Tallie Medel, Sky Hirschkron, Aundrea Fares, Kati Schwartz, Caroline Luft


 

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