JAHR

 


MY SILENCE VON MIKA TAANILA

Was passiert, wenn ein Film eines seiner wichtigsten Elemente beraubt wird? Mika Taanilas reduktionistische Videoinstallation My Silence (2013) und eine gerade in Helsinki präsentierte textbasierte Arbeit mit dem gleichen Titel (2015) befassen sich mit Stille und Abwesenheit. In seiner filmischen Versuchsanordnung bearbeitet der Künstler Louis Malles Klassiker My Dinner with André (1981), der mit seinen vielschichtigen Dialogen in die Filmgeschichte einging. Taanila löscht alle Szenen mit gesprochenen Worten. Was bleibt, ist das Licht, die Kamerabewegungen, die Geste, die Körpersprache, die Hintergrundgeräusche, die Stille... Die Zuschauer sind aufgefordert, die Lücken mit einer eigenen Handlung zu füllen. Ähnlich verfährt er in seiner neusten Arbeit mit dem Drehbuch zu Malles Film: Die 97 A4-Blätter sind bar jeden Dialogs, die Regieanweisungen und Leerstellen eröffnen einen Imaginationsraum.

 

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